Petersilienkuchen-Peterlingskuchen-Rezept schwäbisch mit Hefeteig

Petersilienkuchen

Schwäbischer Kummer

Jahrelang habe ich mir erfolgreich eingeredet, ganz passabel Hochdeutsch zu sprechen. Was für schöne Zeiten… Tja und dann kam sie, die Whatsapp-Sprachnachricht. Man sollte niemals, wirklich niemals seine eigene Sprachnachricht anhören – es gibt ohnehin keinen vernünftigen Grund dafür (nun ja, anderes Thema). Nicht nur, dass die Stimme rein gar nichts mit mir zu tun hatte, nein, ich musste mir auch noch eingestehen, dass ein ziemlich großer Anteil von mir schwäbisch geblieben ist. Ach herrje!

Nicht, dass ich mich für meine Herkunft schäme. Nein, nein. Nur leider wird man mit diesem Dialekt nicht immer ganz so ernst genommen. Hinterwäldler und so. Und wer will das schon sein? Andererseits: Was sollen wir machen? Wir Schwaben können nun mal alles – außer Hochdeutsch. Und mal ehrlich, wie öde wäre die Sprachlandschaft ohne Sätze wie „Dann isch over!“ von Schäuble?

Auf schwäbisch „Peterlingkuche“

Da ich es also nicht verbergen kann, mache ich das Beste daraus. Heute in Form dieses schwäbischen Peterlingskuchens (man spricht das so: „Pederlingskuchä“), auf Hochdeutsch Petersilienkuchen. Anders gesagt: Petersilie heißt auf Schwäbisch Peterling.

Den Pederlingskuchä gibt es häufig auf Weinfesten im Herbst, aber auch schon im Sommer auf Stroßefeschdle.

Geschmack & Rezeptquelle

Der Petersilienkuchen bietet eine Alternative zum Zwiebelkuchen. Mir schmeckt er sogar besser. Salziger Speck, leicht bittere Petersilie, saure Sahne und ein krosser Hefeboden ergänzen sich einfach perfekt. Es lohnt sich diesen Kuchen einmal auszuprobieren, denn ich glaube, er ist in vielen Regionen nicht bekannt. Vielleicht wird der Pederlingskuchä ja bald ein Exportschlager 😉

Das Rezept stammt aus dem Kochbuch Rund um den Dahenfelder Küchenherd.

Rezept

Petersilienkuchen
Teigruhe/Backen
1 Std. 30 Min.
Arbeitszeit
30 Min.
 

Traditionelles schwäbisches Herbst-Gericht. Besonders lecker mit einem Glas Wein oder Federweißer. 

Typ: Salziger Kuchen
Länder & Regionen: Heilbronner Land
Schlagwort: Petersilienkuchen
Portionen: 12 Kuchenstücke
Autor: Ofenbekenntnisse
Zutaten
Teig
  • 250 g Mehl
  • ½ Päckchen Trockenhefe oder 10 g frische Hefe
  • 140 ml lauwarmes Wasser
  • ½ Tl Salz
Guss
  • ca. 80 g frische Petersilie mit Stielen gewogen
  • ½ El Butter
  • 1 gehäufter El Mehl
  • 1 Becher saure Sahne
  • 1 Becher süße Sahne
  • 120 g Speck
  • Salz und Pfeffer nach Bedarf
Zubereitung
  1. Teig mit Trockenhefe:

    Gib zunächst Mehl und Trockenhefe in eine Schüssel und mische die Zutaten mit einem Schneebesen durch, damit sich die Trockenhefe gleichmäßig im Mehl verteilt. Füge anschließend Wasser und Salz zu und verknete alles zu einem geschmeidigen Teig. Falls nötig gib noch etwas Mehl bzw. Wasser dazu. 

  2. Teig mit frischer Hefe:

    Gib zunächst Mehl und Salz in eine Schüssel. Verteile anschließend kleine Hefestückchen im Mehl. Füge dann das Wasser zu und verknete alles zu einem geschmeidigen Teig. Falls nötig gib noch etwas Mehl bzw. Wasser dazu.

  3. Decke nun die Schüssel mit einem Küchentuch ab und lasse den Teig ca. 1 Stunde gehen.

  4. Während der Teig geht, kannst du schon einmal den Speck in kleine Würfel schneiden. Entferne außerdem grobe Stiele von der Petersilie und hacke den Rest (Blätter und feine Stiele) klein.

  5. Kurz vor Ende der Ruhezeit des Teiges dünstest du die Petersilie dann in Butter an.

  6. Bestäube dann die Petersilie mit Mehl und lasse alles einen kurzen Moment weiterdünsten.

  7. Nimm dann den Topf oder die Pfanne vom Kochfeld und mische Speck sowie saure und süße Sahne unter. Die Masse würzt du dann mäßig mit mit Salz und Pfeffer.

  8. Jetzt rollst du den aufgegangenen Hefeteig aus und kleidest eine ausgefettete Springform damit aus. Stelle dabei einen kleinen Rand auf (ca. 3 cm).

  9. Auf den Teig gibst du nun den Guss aus Petersilie, Specke und Sahne und verteilst diesen gleichmäßig. Jetzt musst du den Petersilienkuchen nur noch ca. 30 Minuten im vorgeheizten Backofen bei 200 Grad (Ober-/Unterhitze) backen. Des wärs scho!

Hinweise

Nur vorsichtig salzen, da der Speck bereits sehr salzig ist.

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10 Kommentare

  1. Hallo Steffi, kann ich den Peterlikuchen auch einen Abend vorher vorbereiten und fertig backen? Wir sind zu einer „Petersilienhochzeit“ am Sonntag eingeladen und dort würde ich ihn dann nochmal in den Ofen schieben und warm machen, habe aber ein bißchen Sorge wegen dem Hefeboden. Herzliche Grüße Bea aus NRW

    • Hallo liebe Bea,

      es freut mich ja, dass du dir den Peterlingskuchen für die Petersilienhochzeit ausgesucht hast! Eine lustige Idee 🙂
      Also ich wärme mir auch immer mal wieder ein Stück auf (200 Grad, 5-10 Minuten) und der Boden ist dann schon etwas knuspriger – was aber kein Nachteil sein muss, Geschmacksache eben 🙂 . Er muss aber auch nicht richtig heiß sein, lauwarm schmeck er auch 🙂 (kalt ebenfalls, wenn der Hunger zu groß ist, und Warten keine Option 😉 )

      Vllt kannst du beim Vorbereiten 5 Minuten vor Ende der Backzeit den Ofen schon mal ausschalten, dann backt er nicht mehr bei voller Temperatur. Beim Aufwärmen würde ich dir dann empfehlen, eine niedrigere Temperatur zu wählen (vllt 160 Grad), dafür dann ein bisschen länger.

      Viel Erfolg und eine schöne Petersilienhochzeit
      Liebe Grüße Steffi

  2. Tolles Rezept, werden wir sicherlich des öfteren wiedermachen. Aber ich hätte noch eine Frage zu dem Dahenfelder Kochbbuch. Aus welcher Ecke kommt das Kochbuch? Gruß Georg

    • Hallo Georg,
      das ist aber schön zu hören!!
      Das Dahenfeld von dem ich schreibe, ist in der Nähe von Heilbronn in Baden-Württemberg.
      Viele Grüße
      Steffi

  3. Hallo Stefanie,

    Dein Peterlingskuchen ist eine Klasse für sich, meine Frau hat ihn gestern zum Mittagessen gebacken und heute habe ich den Rest „gveschbert“. Jetzt muss bloß der Peterling wachsen, dann gibt’s den Kuchen bald wieder.
    Die herzhaften Rezepte in Deinem Blog haben es mir besonders angetan wie z. B. Deine Brezze (hierzu gab’s Weißwürscht vom Wurscht-Zipfel in unserer Nachbargemeinde).

    Liebe Grüße von Rory aus dem Schwäbischen

    • Hallo Rory,
      toll, dass dir meine herzhaften Rezepte so gut gefallen! Das Kompliment geht dann aber sicher auch an deine Frau, die den Peterlingskuchen so gut hinbekommen hat ;-).
      Schönen Abend ins Schwäbisch 🙂

  4. Hallo Steffi,
    habe heute deinen Pederlingskuchä ausprobiert und war begeistert. Hat super lecker geschmeckt, werde ihn sicherlich nochmals backen.
    Lieber Gruß
    Heidrun

  5. Liebe Steffi,
    dein Pederlingskuchä sieht fantastisch aus! Den werden wir gleich mal ausprobieren, wenn bei uns auf dem Balkon der Peterling wuchert.
    Viele Grüße aus Ye Olde Kitchen,
    Eva und Philipp

    • Liebe Eva, Lieber Philipp,
      ich freue mich total über euer Feedback!!!
      Mit selbst gezogenem Peterling schmeckt der Kuchen sicher noch besser ;-). Meine Mitbewohnerin aus den USA hat heute das letzte Stück gefrühstückt und sie fand es „Amazing“. Ich hoffe euch geht es auch so :-).
      Liebe Grüße
      Steffi
      P.S.: Toller Blog Ye Olde Kitchen übrigens!

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